Espresso

Dein Espresso muss nicht bitter sein

Erfahre, wie es geht
Kaffeeecke in der Küchenzeile: Beanwatch Kaffee, Zuriga Kaffeemaschinen und Cappuccino mit Latte Art
Kaffeeecke in der Küchenzeile: Beanwatch Kaffee, Zuriga Kaffeemaschinen und Cappuccino mit Latte Art

Espresso steht für Konzentration, Intensität und Klarheit. Er ist die Basis vieler Klassiker. Hier bekommst Du einen Überblick, wie er ohne Bitterkeit zubereitet wird und welche Bohnen dafür besonders gut funktionieren.

Espresso und Cappuccino Tassen auf einem blauen Tisch

Was ist ein Espresso?

Ein Espresso ist ein kurzer, konzentrierter Kaffee. Er wird aus fein gemahlenen Bohnen mit heissem Wasser und hohem Druck gebrüht. Richtig zubereitet und mit den richtigen Kaffeebohnen ist er süss, ausgewogen und aromatisch.

Der Espresso ist Grundlage für diverse Kaffeegetränke, etwa der Kaffee Crème, der Americano sowie Espresso mit Milch wie Cappuccino, Flat White, Cortado und der Latte Macchiato.

Die Grundlagen für einen guten Espresso

Ein ausgewogener Espresso entsteht nicht zufällig. Diese Grundlagen entscheiden darüber, ob er klar und süss schmeckt oder unangenehm bitter wird.

What's in my bag: Kaffeebohnen von Beanwatch
1. Die Kaffee­bohnen
Ein guter Espresso beginnt nicht bei der Maschine, sondern bei der Kaffeebohne. Spezialitäten­kaffee hat weniger Defekte, die Bitterkeit auslösen können. Für mehr Süsse, Aromen und Ausgewogenheit und weniger Bitterkeit wähle am besten Specialty Coffee (Blogbeitrag: Was ist Specialty Coffee) .
Zwei Probenzieher von einem Röster: eine helle Röstung und eine dunkle Röstung
2. Das Röst­verfahren
Je dunkler der Espresso, desto mehr Bitterkeit findet den Weg in Deine Espresso­tasse. Mit zunehmender Röstzeit werden Süsse und Aromen abgebaut, die vorher zunächst durch die Maillard-Reaktion entstanden. Es entstehen Bitterstoffe, während fruchtige und karamellige Aromen verloren gehen. Daher empfehlen wir mittel- bis helle Röstungen.
Olympia-Beanwatch Kaffeemühle mahlt Kaffeepulver in den Siebträger hinein.
3. Die Espresso­mühle
Viel wichtiger als die Espresso­maschine ist die Kaffee­mühle. Eine gute Mühle mahlt die Kaffee­bohnen gleichmässig, erlaubt feine Anpassungen am Mahlgrad und arbeitet reproduzierbar. Finger weg von Schlag­messer­mühlen. Besser sind Kegel- oder Scheiben­mahl­werke. Inzwischen gibt es für jede Preisklasse ausführliche Tests, die Du bei Deiner Entscheidung berücksichtigen kannst.
Roxy Espresso brüht gerade zwei Espresso in zwei Tassen hinein
4. Die Espresso­maschine
Gute Espressos gelingen Dir nicht nur mit teuren Sieb­träger­maschinen. Neben günstigen Einsteiger­­maschinen können auch mit der Mokkakanne (Stichwort: Bialetti) oder mit dem Kaffee­­voll­automaten brauchbare Ergebnisse erzielt werden. Wichtiger sind die vorherigen genannten Punkte für einen guten Espresso. Sowohl für Sieb­träger­maschinen als auch für Kaffee­voll­automaten gibt es für diverse Preisklassen aufschlussreiche Tests.
WDT-Tool bei einem Nussbaum-Siebträger
5. Deine Barista Skills
Die Sieb­träger­maschine hat das Potenzial, den besten Espresso zu produzieren. Sie verlangt dir dabei jedoch am meisten ab. Channeling und andere Brühfehler sind Deine grössten Widersacher auf dem Weg zum leckeren Espresso. Ihre Waffen sind Bitterkeit und spitze Säuren. Einfacher, aber nicht ohne Tücken, sind die Mokkakanne und Kaffee­voll­automaten.
Espazzola in der Brühgruppe von einer La Marzocco mit Wasserdurchfluss
6. Das Reinigen
Dein Espresso schmeckt bitter? Wann hast Du das letzte Mal Deine Kaffee­mühle und Espresso­maschine gereinigt? Die Reinigung ist einer der grössten Hebel, deinen Espresso zu verbessern. In Deinen Geräten setzen sich Kaffeeöle ab, die mit der Zeit ranzig werden und jede Brühung versauen können. Merke: hinter jedem guten Espresso stecken eine saubere Mühle und eine saubere Espresso­maschine.

Die Kaffeebohnen sind die wichtigste Grundlage für einen guten Espresso

Wenn du genug hast von bitterem Espresso, lohnt sich ein Blick auf die Kaffeebohnen von Beanwatch. Unsere Spezialitätenkaffees sind bewusst hell geröstet. So bleiben natürliche Süsse, feine Säure und klare Aromen erhalten, die im Espresso ausgewogen und nicht aggresiv wirken.

Verschiedene Wege zum Espresso

Unter Kaffeefreunden gibt es mitunter starke Meinungen, mit welchen Geräten «echte» Espressos möglich sind. Beanwatch ist offen für alle Methoden. Hauptsache es schmeckt.

Orange La Marzocco Siebträgermaschine und Eureka Kaffeemühle in der Midcentury Küche

Die Siebträgermaschine

Für einen guten Espresso muss der Barista hart arbeiten: er sucht den richtigen Mahlgrad, bereitet das Kaffeemehl im Siebträger vor, tampt und braucht die passende Brühtemperatur. Dafür hat er die Chance, das wahre Potenzial der Kaffeebohne zu entfalten.

Handhebelmaschine von Kees van der Westen

Handhebel­maschine

Die Königsdisziplin für den Barista. Denn bei dieser Maschine kommt eine entscheidende Variable hnzu: Der Brühdruck wird über einen Hebel manuell erzeugt, wodurch der Espresso sehr direkt kontrollierbar ist. Erfahrung und Gefühl entscheiden über das Ergebnis in der Tasse.

Kaffeevollautomat in einem Midcentury Regal

Kaffee­vollautomat

Wer hat's erfunden? Richtig, die Schweizer. Weil die ersten Generationen noch keinen konzentrierten Espresso brühen konnten, wurde eigens eine gestreckte Version des Espressos erfunden: der Kaffee Crème.

Morning Kapselmaschine am Fenster mit Ausblick auf dem Zürichsee

Kapselmaschine

Auch die Kapselmaschine nennt die Schweiz ihr Zuhause. Mit Nespresso und George Clooney eroberte sie von der Westschweiz aus die Welt.

Moderne Mokkakanne auf einem modernen Gasherd

Mokkakanne

Ausgerechnet in Italien, der Heimat des Espressos, hat kaum jemand eine Siebträgermaschine bei sich Zuhause. Dafür aber meistens eine Mokkakanne, die mit Espressobohnen gut funktionieren können. Neben der Bialetti gibt es mittlerweile viele weitere Mokkakannen, die als Designobjekte die heimischen Küchen aufwerten.

Nanopress am Ufer vom Zürichsee wird gerade benutzt

Outdoor Espresso

Bei Wanderungen oder auf dem Campingplatz muss keiner mehr auf seinen Espresso verzichten. Batteriebetriebene oder rein mechanisch funktionierende Geräte gibt inzwischen reichlich.

Die wichtigsten Espresso-Getränke im Überblick

Ein Espresso ist die Grundlage vieler bekannter Kaffeegetränke. Entscheidend sind Verhältnis, Länge und Milchmenge. In diesem Abschnitt stellen wir Dir die wichtigsten Espresso-Getränke vor und erklären die Unterschiede kompakt und verständlich.

Ein Ristretto in einer Beanwatch Tassee steht auf einem Marmortisch

Ristretto

Ein sehr kurzer Espresso mit einem Brühverhältnis von typischerweise 1:1, also 18 g Kaffee zu 18 g Getränk in der Tasse. Intensiver, sirupartiger Geschmack mit viel Körper.
Ein doppelter Espresso in einer Beanwatch Tassee steht auf einem Marmortisch

Espresso und der Doppio

Der klassische Espresso wird meist im Verhältnis 1:2 bis 1:2,5 gebrüht (bei einem Doppio etwa 18 g Kaffee zu 36 oder 45 g Getränk). Wir persönlich bevorzugen ihn spritzig, süss mit einer angenehmen Säure.
Ein Americano in einer Beanwatch Tassee steht auf einem Marmortisch

Americano

Ein doppelter Espresso, der nach der Extraktion mit heissem Wasser verlängert wird. Angeblich sollen ihn die amerikanischen Besatzer im Nachkriegsitalien so bevorzugt haben. Daher der Name.
Ein Kaffee Crème in einer Beanwatch Tassee steht auf einem Marmortisch

Kaffee Crème

Eine Institution in der Schweiz. Der Kaffee Crème ist ein verlängerter Espresso im Verhältnis 1:4 bis 1:5. Um Bitterkeit zu vermeiden muss der Mahlgrad gröber eingestellt werden.
Typischerweise ein einfacher Espresso mit einem Löffel Milchschaum. Mittlerweile wird er auch gerne mit Mini-Latte Art serviert.
Ein Cortado auf einem Glas steht auf einem Marmortisch

Cortado

Beim Cortada halten sich Espresso und feintexturierte Milch im Verhältnis 1:1 zueinander die Waage. Bei 36 g Espress Output wird also etwa 36 g Milchschaum hinzugegeben.
Ein Cappuccino in einer Beanwatch Tassee steht auf einem Marmortisch

Cappuccino

Ein einfacher Espresso wird durch warme Milch und Milchschaum im Verhältnis von etwa 1:3 ergänzt. In den 1990ern oft mit fluffigem, badeschaum-artigen Milchschaum serviert, sieht man ihn heutzutage häufig mit feinporigen Milchschaumbildern (Latte Art) serviert).
Ein Flat White in einer Beanwatch Tassee steht auf einem Marmortisch

Flat White

Der wichtigste Unterschied zum Cappuccino bildet sich in der Espresomenge: beim Flat White wird immer ein Doppio als Grundlage verwendet. Zudem wird er in etwas kleineren Tassen serviert, wodurch zum Milchschaum ein Verhältnis von etwa 1:2 erreicht wird.
Ein Latte Macchiato steht auf einem Marmortisch

Latte Macchiato

Ein Milchgetränk mit Kaffee. Wird gerne auch einfach «Latte» oder «Kaffee Latte» genannt. Bei einer Menge von 180 bis 220 g Milch treten die 36 bis 45 g Espresso im Glas deutlich in den Hintergrund.

Espresso FAQs

Die Koffeinmenge in einer Tasse hängt von drei wesentlichen Faktoren ab: der Kaffeebohne, der Kaffeepulvermenge und der Portionsgrösse.

Kaffeebohne: Robusta-Bohnen sind mit ihren 2 bis 4,5 Prozent Koffein wahre Wachmacher. Arabica-Bohnen dagegen haben nur 1,1 bis 1,7 Prozent Koffein. Darüber hinaus unterscheiden sich die Varietäten unter den Robusta- und Arabica-Bohnen teils deutlich voneinander.

Kaffeepulvermenge: Je mehr Kaffeepulver Du in Deinem Siebträger hineingibst, desto mehr Koffein extrahierst in Deine Tasse hinein. Dieser Faktor ist signifikanter als etwa der Röstgrad, denn Koffein wird durch die Röstung praktisch nicht verändert.

Portionsgrösse: Koffein ist wasserlöslich. Ein Kaffee Crème beispielsweise hat bei gleicher Kaffeepulvermenge mehr Koffeingehalt als ein Espresso, weil durch die grössere Wassermenge mehr Koffein aus dem Kaffeemehl extrahiert wird.

Seit einer EU-Untersuchung der Lebensmittelbehörde Efsa aus dem Jahr 20215 kursiert im Internet die Zahl von bis zu 400 Milligramm Koffein, die für gesunde erwachsene Menschen täglich für unbedenklich gelten. Wenn Du Deinen Espresso so trinkst, wie wir es gerne tun, also 18 Gramm Kaffeemehl auf 42 Gramm Wasser, und dadurch auf etwa 70 bis 100 Milligramm Koffein pro Tasse kommst, dann solltest Du mit vier Tassen pro Tag sicher sein.

Wie viel ml ein Espresso hat, hängt vom Barista ab. Wenn Du Deinen Espresso selber brühst, bestimmst Du bzw. Deine Einstellungen in Deiner Kaffeemaschine die Menge. Als Orientierung: Wir brühen unsere hell gerösteten Espressos nach dem 1:2,5 Gramm Rezept. Bei einer Menge von 18 Gramm Kaffeepulver ergibt das 42 Milliliter Espresso in der Tasse. Dunkel geröstete Kaffees funktionieren häufig mit dem 1:2-Rezept besser. Bei 18g Kaffeepulver solltest Du danach eine Portionsgrösse von 36 Milliliter anpeilen.

Das Wort «Espresso» kommt von dem italienischen Wort «espressivo», also ein Getränk, das speziell für einen Gast gebrüht wurde. Das Wort wurde in einer Zeit geformt als das Kaffeegetränk explizit an der Bar bestimmter Cafés bestellt werden musste. Trotz des weit verbreiteten Irrglaubens leitet sich das Wort nicht von «Express» ab, auch wenn die Assoziation zum rasch zubereiteten Kaffee nahelegt. Der Espresso hat auch nichts mit dem lateinischen Begriff «expressum» zu tun («ausdrücken»). Daher ist ein Espresso niemals ein «Expresso Kaffee», sondern eher ein «exklusiver Kaffee».

Rasch eingetippt und noch bevor Du den Rechtschreibfehler erkennst, hast Du bereits die Enter-Taste gedrückt. Denn natürlich würdest Du esspresso niemals mit Doppel s am Anfang schreiben, oder? Doch? Keine Sorge, so wie Dir geht es 2'000 Google-Suchenden pro Jahr. Eine witzige, aber immer noch falsche Variante ist der essepresso. Ob sich die 140 Verschreiber etwa zu sehr an den italienischen Akzent hineingedacht hatten?

Zwei Mal Doppel s kann nicht sein, denken sich die Schlaueren. Doch an welcher Stelle genau kommt es nochmal hin? 320 entschieden sich in den vergangenen 12 Monaten für die falsche Variante, denn sie schrieben esspreso.

Das Wort Espresso verlangt uns auf der Tastatur Einiges ab. Die Buchstaben verteilen sich in der gesamten Breite unseres QWERTZ-Systems. Kein Wunder, wenn 170 Leuten beim Schreiben die Puste ausgeht und sie beim letzten Buchstaben nur noch das P erreichen. So wird aus Espresso schnell der espressp.

Völlig verbrüht haben sich die Kaffeeliebhaber, die sich für den esppreso interessierten (75). Ihm sei aber verziehen. Denn es gibt ja immer noch Leute, die beim Espresso an den Express denken und hinten nur noch ein o mit Kaffee hängen.