Filterkaffee

Für einen besonders klaren, transparenten und feinen Kaffee

Erfahre, wie es geht
Ein Wasserkocher giesst heisses Wasser auf den Filter mit Kaffeepulver darin, unten fliesst der gebrühte Kaffee in die Kaffeekaraffe.
Heisses Wasser wird gerade auf ein Filter mit Kaffee drin gegossen, unten fliesst der frisch gebrühte Kaffee in die Kaffeekaraffe.

Filterkaffee ist so abwechslungsreich wie Wein. Jede Bohne bringt ihren eigenen Charakter mit. Mal frisch und fruchtig. Mal weich und elegant. Ein Kaffee für alle, die in aller Ruhe Geschmack entdecken wollen.

Filterkaffee am Zürichsee: Hario V60, Comandante Mühle und Kaffeetassen

Was ist Filterkaffee?

Filterkaffee ist eine Zubereitungsart, bei der heisses Wasser langsam und durch gemahlenen Kaffee fliesst. Filterkaffee ist Kaffee in seiner ehrlichsten Form. Sanft gebrüht, leicht im Mundgefühl und voller Nuancen.

Wir definieren Filterkaffee nicht über den Papierfilter als entscheidendes Merkmal, wie man ihn bei diversen Filterkaffeemaschinen, bei der Chemex oder Hario V60 kennt. Sondern über das Brühprinzip: Kein Druck, keine kurze Extraktionszeit, keine Konzentration wie beim Espresso. Statt dessen mehr Zeit, Wasser und der Schwerpunkt auf Klarheit und Aromen. So wie auch bei der French Press oder Aeropress.

Wie macht man Filterkaffee?

Der Filterkaffee hat in der Schweiz keinen guten Ruf. Zu unrecht! Wenn du ein paar wenige Grundlagen beherrscht, kannst Du Dir in Deinen Alltag ein wunderbares Ritual einbauen. Zehn Minuten von Brühung bis zum letzten Schluss, die allein Dir gehören.

Pourover aus der Vogelperspektive
Richtig abwiegen
Zu jeder Filterkaffee­ausrüstung gehört eine Kaffee­waage, die auf das Gramm genau wiegen und die Brüh­dauer messen kann. Kaffee­löffel zum Portionieren der Kaffee­menge halten wir für zu ungenau. Findest Du ein mal den Sweet Spot aus Gewicht, Mahlgrad und Brühdauer, kannst Du Dank der Waage Deine Rezeptur wiederholen und das gleiche Ergebnis immer wieder erzielen.
Mit der Comandante Handmühle wird gerade Filterkaffee gemahlen
Filterkaffee frisch mahlen
Frisch gemahlene Kaffee­bohnen machen einen himmel­weiten Unter­schied. Kaffee­aromen verflüchtigen sich rasch. Schon nach 10 Minuten an der Luft schmeckt der Kaffee flacher, lang­weiliger. Wiege also vor Deiner Brühung genau die Menge ab, die Du hinterher verwenden wirst und mahle diese kurz, bevor Du loslegst. Single Dose Mühlen halten wir für die besten, wobei Du auch mit Handm­ühlen gute Ergebnisse erzielen kannst.
Beanwatch Kaffeeverpackungen im Supermarkt
Wähle gute Kaffee­bohnen
In Schweizer Super­märkten verirren sich unter all den Espresso- und Kaffee-Crème-Bohnen selten Filter­kaffee. Am besten du findest eine kleine Rösterei, die auf Specialty Coffee aus­gerichtet ist. Die Chance ist, dass sie die besten Filterkaffees anbieten. Meistens haben diese ver­schiedene Filter­kaffees im Sortiment. Bestimmt ist auch Dein neuer Lieblingskaffee darunter.
Gefiltertes Wasser aus der Aarke in einem Wasserkocher im Beanwatch Rotorange
Verwende gefiltertes Wasser
99% deines gebrühten Filterkaffees besteht aus Wasser, nur 1% sind Kaffee. Es lohnt sich also, auf die Qualität Deines Wassers zu achten. Filterkaffee braucht besonders weiches Wasser. Eine Gesamt­härte von 2-3° dH und eine Alka­linität von 1-2° dH, um genau zu sein. Informiere Dich bei den zuständigen Behörden vor Ort, wie hart Dein Wasser ist und filtere es, wenn Du drüber liegst.
Wasserkocher im Beanwatch Rotorange mit Temperaturanzeige bei 87°C.
Kontrolliere die Wasser­temperatur
Deine Brüh­tem­peratur hat einen signifikanten Einfluss auf den Geschmack. Bei unseren hell­gerösteten Kaffees erreichen wir die besten Ergebnisse deutlich unter dem Siede­punkt des Wassers. Nämlich zwischen 92 und 96°C. Die beste Möglichkeit, um die Wasser­tem­peratur zu kontrollieren, ist ein Wasser­kocher mit grad­genauer Tem­pe­ratur­einstellung.
Brührezept im fotorealistischen Diagramm
Verändere immer nur eine Variable in Deiner Brüh­rezeptur
In der Specialty Coffee Community hat sich folgende Brührezeptur durchgesetzt: 12 Gramm Kaffee, gebrüht mit 200 ml Wasser bei einer Tem­peratur von 93°C. Die Brühzeit sollte irgendwo zwischen 2 und 4 Minuten sein. Die Brüh­zeit steuerst du mit dem Mahlgrad deiner Kaffee­mühle. Schmeckt der Filterkaffee zu flach, mahle feiner. Schmeckt er zu bitter, mahle gröber. Finde den Sweet spot.

Wähle gute Kaffeebohnen für Deinen Filterkaffee

Wir von Beanwatch lieben guten Filterkaffee und wollen auch Dich an unserer Freude teilhaben lassen. Wir rösten unsere Kaffeebohnen hell. Dadurch bleibt unseren Kaffees ihre natürliche Süsse und klaren Geschmacksnoten erhalten.

Viele Wege führen zum fertig gebrühten Filterkaffee

Ob wie damals Deine Oma mit dem Handfilter, die Intellektuellen mit der French Press oder die Hipster mit der Aeropress: Es gibt viele tolle Wege zur leckeren Tasse Filterkaffee. Auch Du findest sicher deine Methode.

Handfilter mit Wasserkocher, Dripper, Kaffeekaraffe und Waage vor Zürichseefenster

Handfilter

Das einfachste Setup zum Filterkaffee brühen ist das für den Handfilter. Es braucht Filterpapier, ein Halter für das Papier (Dripper), eine Karaffee oder Tasse zum Auffangen des Gebrühten und natürlich das heisse Wasser aus dem Wasserkocher. Wir empfehlen Dir auch eine Kaffeewaage zu benutzen, mit der Du die Menge und Brühzeit kontrollierst.

Eine Chemex mit Filterpapier in einer Midcentury Büroküche

Chemex

Die Chemex sieht nach Chemielabor aus, hat damit jedoch wenig zu tun. In den USA spätestens seit den 1950ern äusserst beliebt, ist sie Dripper und Kaffeekaraffe in einem. Das Filterpapier ist deutlich dicker als bei anderen Verfahren, was der Tasse mehr Klarheit verleiht.

Kaffee wird gerade in einer Siphon gebrüht

Siphon

Die Siphon ist der Showmaster unter den Filterkaffee­verfahren mit spekta­kulären Licht­effekten. Zunächst wird das Wasser durch die Hitze in die obere Kammer verdampft, wo sich das Wasser mit dem Kaffee­mehl vermischt. In der unteren Kammer entsteht ein Unter­druck, der die Flüssig­keit, der gebrühte Kaffee, zurück nach unten zieht.

Filterkaffeemaschine Mokkamaster auf einer Midcentury Küchenzeile

Filterkaffee­maschine

Mit der Filterkaffee­maschine sparst Du Dir Wasser­kocher und etwas Hand­arbeit. Die Maschinen sind bei erfahrenen Brühern nicht beliebt, weil Wasser­temperatur, Fliess­geschwindigkeit und Wasser­verteilung selten gesteuert werden können. Dennoch können gute Geräte brauch­bare Ergebnisse in der Tasse erzielen.

Frühstückstisch mit einer French Press im Fokus

French Press

Bei der French Press, auch Stempelkanne oder Kaffee­presse, wird grob gemahlener Kaffee direkt mit heissem Wasser aufgegossen und nach einigen Minuten mit einem Metall­sieb nach unten gedrückt. Öle und Körper bleiben dadurch im Kaffee erhalten.

Eine Aeropress im Beanwatch-orange presst gerade gebrühten Kaffee in eine Kaffeekaraffe

Aeropress

Bei der Aeropress wird heisses Wasser durch Kaffeemehl gedrückt. Auch wenn der Erfinder hier ein Espresso-ähnliches Getränk behauptet: es ist ein ganz eigenes Kaffee­getränk, das am ehesten mit dem Filter­kaffee verwandt ist.

Filterkaffee FAQs

Wie genau Du Deinen Filterkaffee am liebsten trinkst, hängt natürlich von deinen Gewohnheiten und Vorlieben ab. Aber um Dir einen guten Richtwert zu geben: pro Liter gebrühten Wasser empfehlen wir eine Menge von 60 Gramm Filterkaffee. Auf eine Tasse mit 250 ml Fassungsvermögen herunter gerechnet, befinden wir uns also bei 15 Gramm Filterkaffee. Du merkst also: Dein bester Freund beim Filterkaffee ist die Kaffeewaage. Mit ihr wiegst Du Mahlgut und Wassermenge und hältst diese im Verhältnis konstant für wiederholbare Ergebnisse.

Wir empfehlen Dir dringend den Kauf einer Kaffeewaage nahe, die nicht nur den Kaffee auf das Gramm genau misst, sondern auch die Brühzeit. Kaffeebohnen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Herkunft, ihrer Dichte, ihres Feuchtigkeitgehalts und ihres Röstgrads. Ein Löffel unseres kolumbianischen Fincamigos lässt sich also nicht vergleichen mit einem Löffel eines x-beliebigen anderen Kaffees. Und wir haben noch gar nicht darüber gesprochen, ob Dein Löffel überhaupt die gleiche Menge an einem bestimmten Kaffee erfassen kann wie der Löffel aus unserem Besteckkasten.

Aber gut, wenn Du die Anzahl Löffel als Masseinheit für Deine Filterkaffees verwenden möchtest, verwende immer die gleiche Anzahl an Löffel. Drei Kaffeelöffel stehen für etwa 15 bis 21 Gramm (Wiege zumindest initial ab, wie viel Gramm Kaffee einer Sorte auf Deinen Löffel passen. Wir empfehlen umgerechnet auf 1 Liter Wasser 60 Gramm Kaffee). Halte auch die Wassermenge konstant bei 250 bis 300 Gramm. Variiere den Mahlgrad bis du den Sweet Spot findest, wo Dein Kaffee am besten schmeckt. Schmeckt er noch zu bitter? Dann mahle den nächsten Kaffee gröber. Schmeckt er zu wässrig oder zu sauer? Dann mahle das nächste Mal etwas feiner.

Ein Filterkaffee wird deutlich gröber gemahlen als ein Espresso oder ein Kaffee Crème. Während sich gemahlener Espresso in den Fingern beinahe wie Weissmehl anfühlt, kann man gemahlenen Filterkaffee von der Haptik her mit Sand oder feinem Meersalz vergleichen. Das Fine-tuning des Mahlgrads kannst Du ganz einfach selbst herausfinden, denn es hängt von Deinem Geschmack ab. Verwende eine Kaffeewaage, damit Du kontrollieren kannst, immer Die gleiche Menge Wasser auf die gleiche Menge Kaffeepulver aufzugiessen. Beginne mit 200 Gramm Wasser auf 12 Gramm Kaffeepulver. Mit einem gradgenauen Wasserkocher stellst Du sicher, dass Du den Filterkaffee immer genau bei 93° aufgiesst.

Probiere Deinen Filterkaffee, nachdem er etwas abgekühlt ist. Schmeckt er Dir zu bitter, mahle den Kaffee das nächste Mal etwas gröber, wobei du alle anderen Variablen wie Kaffeemenge und Temperatur konstant hältst. Schmeckt er jedoch zu wässrig oder zu sauer, mahle etwas feiner. Nach zwei, drei Iterationen wirst Du dich dem sogenannten Sweet Spot nähern. Das ist der Bereich, wo Du das beste aus Deinen Bohnen mit Deinem jeweiligen Setup herausgeholt hast.